Unterwegs und auf Reisen wird Technik immer wichtiger, über die Jahre ist Sie zu einem stetigen Begleiter avanciert. Auch Outdoorfans wollen mittlerweile nicht mehr auf ihre Gadgets verzichten, auch gerade weil sie sich unterwegs als nützliche Helfer herausstellen können. Statt Wanderkarten reicht Google Maps auf dem Handy, statt Schrittzähler wird die Health App vom iPhone genutzt und die Fotos werden mit der Drohne aufgenommen. Für eintägige Ausflüge ist die Stromversorgung der Gadgets absolut kein Problem, selbst mit aktivierter Navigation funktionieren die meisten Smartphones für viele Stunden. Echte Probleme ergeben sich erst, wenn man sich für längere Zeit von der Zivilisation bzw. der Steckdose entfernt. Hier haben sich Powerbanks als echte Hilfe erwiesen, je nach Kapazität überbrücken sie die Zeit bis zum nächsten Laden an der Steckdose – doch was tun wenn selbst eine große Powerbank nicht mehr ausreicht? In solchen Fällen behelfen sich immer mehr Reiselustige mit einem Solar-Ladegerät.

Die Funktionsweise – schnell erklärt

Solar Ladegeräte machen sich mit Hilfe von ein- oder mehreren Solarzellen den photovoltaischen Effekt zur Nutze, mit Hilfe dessen wird Sonnenenergie in elektrische Energie umgewandelt. Die Umwandlung erfolgt dabei je nach Typ der Solarzelle mit einer Effizienz von bis zu 25%. Hierfür werden in der Regel Halbleiter aus Silizium gefertigt und zu Solarmodulen zusammengeschaltet. Die Besonderheit der Module besteht darin, dass die verwendeten Halbleiter bei auftreffen von Sonnenstrahlen freie Ladungsträger abgeben, durch Verwendung eines elektrischen Feldes wird so elektrische Energie gewonnen.

Solarzellen, die überwiegend aus Silizium gefertigt werden gibt es in verschiedenen Herstellungsvarianten: Die gängigsten Bauarten sind dabei mono- oder polykristalline Solarzellen. Sie unterscheiden sich dadurch, wie das Rohmaterial Silizium verarbeitet wurde. Je nach Herstellungsmethode entstehen entweder Poly- oder Monokristalle, hierbei gilt zu beachten, dass die Herstellung von Monokristallen deutlich aufwändiger und somit kostenintensiver ist. Allerdings sind Monokristalline Solarzellen mit bis zu 25% Effektivität im Vergleich zu 18% bei Polykristallinen Zellen stark im Vorteil.

In einem Solar Ladegerät sind mehrere Solarmodule in einer Hülle verarbeitet, im Gegensatz zu den riesigen Solarmodulen die auf vielen Dächern verbaut sind, lassen sich Solar Ladegeräte in der Regel zusammenklappen und platzsparend verstauen. Die Zahl der verbauten Module reicht dabei von einem Einzelmodul bis hin zu neun Modulen für das stärkste Solar-Ladegerät das wir finden konnten (62 Watt). Mit einem so kraftvollen Ladegerät kannst du unter guten Bedingungen dein Macbook unterwegs laden, allein von der Vorstellung her ist das schon ziemlich Beeindruckend. Mit einer Größe (gefaltet) von 64*15cm passt das Ladegerät so gerade noch in einen großen Wanderrucksack, die kleineren Modelle können mit einer Größe von 24*26cm problemlos in jedem Rucksack bzw. in jeder Handtasche verstaut werden, mit einem Gewicht von knapp einem halben Kilogramm fallen sie dabei nicht weiter auf und lassen sich auch über weite Strecken transportieren.

Kann ich mich mit einem Solar Ladegerät autark machen?

Hierzu ein klares Jein! Es kommt tatsächlich ganz darauf an, welche Gerätschaften mit sich trägt. Für ein oder zwei Smartphones reicht eine kleine Variante des Solarladers locker aus, für Tablets oder gar Laptops braucht es schon deutlich mehr Power, hier empfiehlt sich die 62 Watt Variante. Mit dem Ladegerät allein ist es in der Regel aber noch nicht getan: Solange die Sonne scheint is alles in Butter, du kannst deine Geräte laden. Ziehen aber Wolken auf, so gibt es die ersten Probleme, die angegebene Leistung der Hersteller ist meist recht „optimistisch“ und ist, wenn überhaupt, nur bei vollem Sonnenschein und optimalem Einstrahwinkel zu erreichen.

Sicher merkst du worauf ich gerade hinaus will: Wahrscheinlich wirst du während deiner Reise auch ein paar Tage mit bewölktem Himmel oder gar Regen haben. Und sicher willst du nicht die ganze Zeit an einem Ort verharren, nur um deinen Handyakku zu laden. Daher empfiehlt sich in Kombination mit einem Solar Ladegerät auch die Investition in einer Powerbank. Mit dieser Kombination sicherst du die Stromversorgung deiner Geräte auch bei schlechtem Wetter, außerdem bist du so nicht immer auf eine optimale Ausrichtung zur Sonne angewiesen. Schnall den Solarlader auf deinen Rucksack und lass die Powerbank den Rest erledigen. Immer dann, wenn Strom erzeugt wird, wird der Akku geladen. Am Abend, oder dann wenn der Akkustand zu neige geht, schließt du dein Smartphone, die Kamera oder sogar deinen Laptop an die Powerbank an und fertig!

Das Koppeln mit einem zusätzlichen Akku hat auch noch weitere entscheidende Vorteile: Blockiert eine Wolke den Himmel sinkt die anliegende Spannung am Ausgang der Solarzellen rapide ab. Einige Endgeräte haben hiermit so ihre Probleme und unterbrechen den Ladevorgang unter einer bestimmten Stromstärke. Die Ladeelektronik der externen Akkus ist da nicht so wählerisch, genügsam speichern sie alle Energie die ihnen zur Verfügung gestellt wird. Und hinterher stehen diese Reserven auf Abruf, mit einer hohen Stromstärke, zur Verfügung. Während schlechtes Wetter herrscht kann unterwegs auf die Reserven in der Powerbank zurückgegriffen werden.

Hindernisse für autarke Stromversorgung mit der Sonne

Es gibt einige Punkte die du vor dem Kauf eines Solar Ladegerätes überdenken solltest, hier haben wir kurz aufgeführt welche Rahmenbedingungen du vorher abchecken solltest:

1) Dauerhaft schlechtes Wetter

Bist du in Gebieten unterwegs in denen du konstant mit stark bewölktem Himmel oder Regen rechnen musst? Hier kann dir das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen, allerdings gibt es Alternativen. Statt die für Smartphones ausreichende 16 Watt Version des Solarladers zu nehmen, greif auf die größere Variante mit 25 Watt zurück. So holst du auch bei bewölktem Himmel noch eine annehmbare Leistung raus und falls doch mal die Sonne scheint lädst du schneller die leeren Speicher auf. In Kombination oder als Alternative bietet sich auch ein größerer Zwischenspeicher an der die Phasen ohne Sonnenschein überbrückt.

2) Zu große Verbraucher

Desto mehr Verbraucher bzw. desto energiehungriger die angeschlossenen Geräte sind, desto schwieriger wird die autarke Stromversorgung auf Reisen. Tablets sind noch relativ leicht zu versorgen, aber bei Laptops wird es dann schwierig. Um eine autarke Stromversorgung dauerhaft aufrecht zu erhalten braucht es entweder ein leistungsstarkes Solar Ladegerät und permanenten Sonnenschein, einen Laptop mit niedrigem Energieverbrauch oder einen großen Pufferspeicher. Im Idealfall natürlich eine Kombination aus allen drei Variablen!

Rechenbeispiel MacBook Pro 2016 folgt!

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